Was ich noch zu sagen hätte ......

Ich sammel Müll

 

Vor einigen Wochen gab es mal wieder eine Giftköder Drohung eines Hundehassers. Diesmal aber nicht weit entfernt, sondern  direkt vor unserer Haustür. Ein selbsternannter Biotop „Schützer“ (Biotop- griechisch βíος bíos „Leben“ und τόπος tópos „Ort“ ist ein Lebensraum!  KEIN Natur- oder Landschaftsschutzgebiet! Also ist mein Kompost auch ein Biotop, mein Mülleimer auch, mein Balkonkübel auch und sogar meine Haut.)befürchtete, dass das Brachland der alten Zeche Unser Fritz durch Hundekot derart verunreinigt würde, dass das Biotop zerstört werden könnte. Sogar SAT 1 war da und hat einen Bericht darüber gebracht.  Ich bin auch Hundehalter, ich gehe auch dort mit meinem Hund spazieren.  Ich ärgere mich genau, wie dieser Biotop „Schützer“ über Hundehaufen auf dem Schotterweg, keine Frage. Allerdings ist auf den Wegen kaum Hundekot zu finden, weil die meisten Hunde es bevorzugen, ins Grüne ihr Geschäft zu verlegen und da bietet das Gelände viele Möglichkeiten. Man müsste dort jedoch schon richtiggehend nach Hundehaufen suchen.

Wonach man allerdings überhaupt nicht zu suchen braucht, ist Müll. Den findet man regelmäßig und in großen Mengen. Plastik in allen Varianten, Alufolie, Grillschalen, Fleischverpackungen, Plastik- und Glasflaschen… Die Liste ist lang.

 Das Glas wird auch gerne zertrümmert liegen gelassen, es hat schon einige Verletzungen bei Mensch und Tier gegeben. Ich weiß das alles, weil ich täglich ein bis zwei Mülltüten auf unsere Gassirunden mitnehme und den Müll einsammele. Und ich kann jedem versichern, ich finde immer mehr als ich tragen kann, jeden Tag.

Den Biotop „Schützer“ habe ich jedoch noch nie Müll sammeln sehen.

Mir ist noch keiner begegnet, der bereit war, sich nach dem Müll anderer Leute zu bücken. Ob mit oder ohne Hund. Ich denke, man kann sicher sagen, dass noch niemals ein Biotop nachhaltig durch Hundekot Schaden genommen hat. Durch Müll allerdings sehr wohl!

Ich stelle mir bei den „Naturgrillern“, die es hier am Kanal reichlich gibt, aber auch in Zechengeländen und im Wald, immer wieder die Frage, wie es möglich ist, dass Leute schwere Plastiktüten voller Lebensmittel und Getränken zu „ihren“ Grillplätzen schleppen, dann aber, meist nach der Grillfeier,  einen gewaltigen Schwächeanfall erleiden. Satt und kraftlos lassen sie alles stehen und liegen, meist werden die Pappteller noch in hohem Bogen ins Gebüsch geschleudert und die Tüten, in denen sie alles hergebracht haben, haben nun keinen Verwendungszweck mehr und werden zerrissen und abgefackelt in der Restglut des Einweggrills.

 Warum, um alles in der Welt, sind diese Menschen weder bereit, noch scheinen sie in der Lage zu sein,  nach der Feier, ihren gesamten leichten Plastikmüll wieder in ihre Tüten zu packen und sie im nächsten Mülleimer zu entsorgen? Schwer hinschleppen- ja! Leicht wieder mit zurück nehmen und entsorgen- NEIN!

 Was geht in solchen Menschen vor? Ich vermute: nicht viel…

 Ich bin viel mit meinem Hund unterwegs, gern auch im Grünen. Ich frage mich, warum Hundehalter um das Leben ihres Vierbeiners bangen müssen, weil Hunde-vergiften sich langsam zum feigen, zynischen und bösartigen Volkssport entwickelt. Andererseits aber Menschen, die ihren gesamten Müll in der Gegend entsorgen, überhaupt nichts zu befürchten haben. Da kommt kein Hass auf, kein gerechter Zorn, nichts… Hunde vergiften- super Idee! Müll entsorgen - doofe Idee!

Ich habe beschlossen, mich nicht zu ärgern und ich werde sicher auch keine Hundehasser vergiften oder sonstwie ermorden. Ich bin sicher, diese Leute sind einsam und zu viel allein mit sich.

Ein Hund wäre eine prima Lösung für sie. Der Hund ist dein treuer Begleiter, mit dem erlebt man jeden Tag etwas. Man kommt mit vielen Hundehaltern ins Gespräch, man kann sich auch im direkten Austausch mit Radfahrern auseinander setzen und dabei seine Aggressionen abbauen, wenn man das möchte(aber das ist ein anderes Thema).

Mit einem Hund ist man nie allein und fühlt sich wohl. Das Wohlfühlen täte so manchem Hundehasser gut. Denn wer sich solche fiesen, hinterlistigen und grausamen Dinge ausdenkt, wie Rasierklingen, Nägel oder Rattengift zu Hause im netten Wohnzimmer in Fleischwurst zu verstecken, um sich in Gedanken daran zu erregen, dass sich bald wieder ein ahnungsloser Hund an einem solchen Wurstköder elendig wegen innerer Blutungen und unter grausamen Schmerzen zu Tode quält und seine Besitzer nur hilflos dabei zusehen können, ist einsam, böse und fühlt sich sicher selbst nicht wohl und zufrieden in seiner Haut.

 Da diese Menschen sich nicht zu erkennen geben, kann ich ihnen auch nicht sagen, was ich von ihnen halte. Ich möchte mich aber auch nicht in Zorn steigern, so, wie sie das tun. Ich möchte so wenig negative Gefühle haben, wie möglich. Also was kann ich tun?

 Ich sammele Verpackungsmüll. Müll von anderen. Ich bücke mich und hebe ihn auf, wo immer ich welchen finde. Ich trage in jeden Tag nach Hause und befülle einen gelben Sack damit. Altglas werfe ich in den Container.

Manche sehen auf mich herab, belächeln mich. Sie sagen mir:“Das ist nicht mein Müll, den heb ich doch nicht auf, soweit kommt’s noch!“

 Ja, meiner ist es auch nicht, aber ich nehme ihn mit und entsorge ihn. Weil ich nicht jeden Tag an ihm vorbei laufen will und mich ärgern. Und es kommt allen zu Gute, auch Hundehassern und Müllverursachern, auch Unbeteiligten, die einfach nur dort entlang laufen, wo ich auch entlang gelaufen bin. Und ja, ich finde jeden Tag neuen Müll und nein, mir ist außer meiner Freundin Nicole noch keiner begegnet, der mitmacht. Aber vielleicht ändert dieser Beitrag ja etwas daran. Vielleicht denkt sich der eine oder andere: da mach ich mit, das kann ich auch!

Und übrigens, ihr Hundehasser: auch uns schei… fremde Hunde vor die Tür oder auf unseren Gehweg und ja, auch den fremden Hundekot hebe ich auf und entsorge ihn in der Mülltonne, denn ich habe immer Kotbeutel dabei.

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