Eine ausführliche Geschichte folgt, hier aber erst mal eine Raterunde.
Welches Motorrad ist in der Bildergelerie unten abgebildet?
Reifendrama mit älteren Motorrädern Teil 3.
Bei der Yamaha XJ 900 S stand mal wieder die HU an. Nach meinen Erfahrungen mit den beiden anderen Mopeds (Honde CB 900 F Bol d'or und Moto Guzzi Jackal), dachte ich zu wissen was auf mich zukommt.
Reifenfabrikatsbindung austragen lassen, seit 2025 eine Möglichkeit um der Bindung an die Reifen aus der Betriebserlaubnis zu beenden. Die Reifen, die im jeweiligen Baujahr in der BE stehen gibt ja längst nicht mehr.
Also gleich einen Termin mit Abnahme nach § 21 gemacht (die bösen Geister haben bereits gekichert).
Die HU war natürlich schnell und problemlos, ist eben gut gepflegt die Maschine. Aber dann hatte der Prüfingenieur Redebedarf.
Die Reifenbindung kann nicht ausgetragen werden, weil in der ABE damals Diagonalreifen eingetragen waren. Aktuell habe ich aber Radialreifen (bridgestone Battlax BT T 31 R) mit wenig Laufleistung aufgezogen.
Also konnte der echtkompetente Prüfingenieur die akteulle Radialreifen Kombination eintragen
(der bösen Geister Gekicher wurde schallendes Lachen). Kleiner Trost, das Gutachten dazu ist 30,00 € preiswerter als die Austragung und gilt ohen sofortige Eintragung beim Strassenverkehrsamt.
Insgesamt habe ich natürlich trotzdem nichts gespart, die HU ist nämlich teurer geworden (im Hintergrund wiehern die bösen Geister).
Hoffentlich gibt es die Reifen noch so lange bis ich Neue brauche. Ansonsten muss ich dann Diagonalreifen kaufen und natürlich ein neues 21 er Gutachten erstellen lassen.
Bei meinen aktuellen Jahresfahrleistungen kann es allerdings auch sein, daß ich mit dem Motorradfahren aufhören muss. Immerhin zähle ich schon 66 Lenze.
Einen Traum habe ich, mit meinem Enkel in 10 Jahren, wenn er mit 15 Jahren hoffentlich sein erstes Kleinkraftrad hat, ein paar Touren machen.
Ich erzähle weiter.
März 2026
Die Schöne (Honda CB900 SC01 Bol d'Or) habe ich ja von meinem alten Freund "Cross Bones Willi" übernommen, die Witwe hat sie mir anvertraut.
Schon lange hatte sie ein Problem mit der Batterieladung. Beim Fahren mit Licht war die Batterie nach ca. 30 km leer. Klingt erstmal simpel, die Batterie ist halt schwach. Insgesamt hat sie nun von mir in den letzten 4 Jahren 4 Batterien bekommen. Das war aber nicht der Fehler.
Die Lichtmaschine benutzt ein fremderregtes Magnetfeld. Der Rotor besteht aus 2 Teilen auf denen magnetische "Zähne" gegenüberstehen. Eine Wicklung wird über einen Schleifer mit 12 Volt versorgt und bildet ein Magnetfeld. Durch die "Zähne" wechselt aber das Magnetfeld durch Rotation in der starren Wicklung der Lichtmaschine.
Um Überladung zu vermeiden regelt der Laderegler die 12 Volt zum Rotor herunter.
Der Laderegler ist also in so einem Fall auch verdächtig. Dementsprechend hat "Willi" den direkt auch gewechselt, ohne Erfolg. Die Lichtmaschinenspule zu erneuern hat auch nichts gebracht. Sehr aufwendig war der Austausch des Rotors, der auf der Kurbelwelle sitzt. Die gemessenen Widerstandswerte der Schleiferbahn war knapp unter richtig, der Austausch hat aber nichts gebracht.
Guter Rat war teuer, mittlerweile hatte ich das Problem "geerbt". Die oben beschriebenen Vorgägnge kannte ich nur aus seinen Erzählungen. Die genauen Beschreibungen habe ich aus seinen Forumsbeiträgen extrahiert.
Auch in einem Forum las ich von zu hohem Widerstand des Kabel von der Batterie über das Zündschloss zur Lichtmaschine. Über das Zündschloss hatte ich statisch schon einen Spannungsabfall von 0,2 Volt. Mal eben (Achtung Fingerbrecher) das Zündschloss erneuert. Um da ran zu kommen musste ich den Scheinwerfer ausbauen. Beim Wiedereinbauen stellte ich fest, das die Kontermuttern im Scheinwerfer nicht fest sind. Also den Lampeneinstaz rausgenommen. Der Kabelbaum hatte sich hinter der Sicherungslasche der Lampe verklemmt. Auch ohne Anwendung von Gewalt hat das die Federrastnase des Reflektors aus Glas nicht ausgehalten. Zum Glück gibt es den Einsatz im Zubehör.
Mit dem neuen Zündschloss bliebt das alte Problem wie neu. Nach 30 km Fahrt mit Licht ist die Batterie leer. Es wird zwar geladen aber zu wenig.
Zum Glück hatte "Willi" in der Lenkkopfabdeckung ganz genial eine digitale Spannungsanzeige montiert. So konnte man also gut sehen, das an der Ampel bei 1000 Touren die Bordspannung deutlich unter 12 Volt sackte. Erst ab ca. 3000 Umdrehungen waren mal 12,6 bis 12,8 Volt zu messen.
Ich hatte überhaupt keine Lust vom Zündschloss ein neues Kabel zu ziehen.
Lösung: Ein Relais diekt an der Batterie, natürlich mit fliegender Sicherung, vom Zündschloss gesteuert, legt nun volle Spannung von der Batterie an die Lichtmaschine.
Was lange währt wird endlich gut. Nochmal eine neue Batterie AGM vebaut. Die letzte war grosszügig eine Gel Batterie, für alte Motorräder überhaupt nicht geeignet.
Nu ist alles fein, bis auf das Wetter. Ich hatte noch keine Gelegenheit, ausser der Probefahrt, die neue Ladeanlage und die flatsch neue TÜV Plakette spazieren zu fahren.
Ein paar Geschichten kommen noch.
Neulich beim TÜV
Es war bei der Bol d'Or mal wieder so weit. Die (noch) zweijährliche Untersuchung der Verkehrstauglichkeit meiner 45 Jahre alten Schönheit.
Die TÜV Prüfer, obwohl deutlcih jünger als die Maschine, waren begeistert. Auch vom Erhaltungszustand der Schönen.
Bittere Pille die es zu schlucken galt: die Reifen die laut Betriebserlaubis in den Papieren eingetragen sind gibt es nicht mehr.
Bis Ende 2024 hat die Unbedenklichtkeitsbescheinigung des Reifenherstellers ausgericht. Vorausgesetzt die richtige Reifengröße wird verwendet.
Einfacher aber kostspieliger Ausweg ist das Austragen der Reifenbindung aus den Papieren.
In weiser Voraussicht hatte ich den Termin gleich für eine Abnahme nach § 21 mitgebucht.
Das Gutachten war nicht ganz einfach, da das TÜV Programm zunächst eine höhere Belastungsklasse für die Reifen vorgeschlagen hat. Der stark motovierte Prüfer hat in fachmännischer manueller Berechnung die Software überstimmen können und ich brauche keine neuen Reifen.
Das war die 150,00 € für das Gutachten wert. Übrigens ganz wichtig ist der Vermerk, dass die HU ansonsten ohne Mängel verlaufen ist, und ds Strassenverkehrsmat nach Austragung die Plakette klebt.
Ohne diesen Hinweis verweigert das Strassenverkehrsamt die Austragung der Reifenbindung, da jaj aktuell keine gültige HU vorliegt.
Jetzt warte ich nur noch auf Wetter um die frische Plakette spazieren zu fahren.
Weitere Erlebnisse folgen.
Wie versprochen, das Highlight in meiner Garage.
Honda CB 900 Bol d'Or, was etwa "goldene Schüssel" beuetet. Klingt despektierlich, meint aber das traditionsreichste 24 Stunden Langstrecken Rennen der Welt. Ausgetragen seit 1992 in Le Castellet in Frankeich.
Nun, Rennen fahren möchte ich mit dem Schmuckstück nicht. Immerhin befindet sich die "goldene Schale", wie es offiziell übersetzt wird, im 45 ten Jahr.
Mein alter Kumpelfreund Jürgen, Spitzname Willi, hat sie 1981 gekauft aus der Not heraus. Eigentlich wollte er mit einer nagelneuen Honda CBX mit Sechszylinder Triebwerk zur Tourist Trophy auf die Isle of Man.
Wenige Wochen vor Abreise wurde die Maschine gestohlen. Ersatz war nicht mehr lieferbar, ausverkauft. Also hat er diese Bol d'Or angeschafft und die Reise so doch noch antreten können.
Schon wieder Pech, auf der Rückfahrt einen Reifenschaden auf der Fahrt von Fähre zu Fähre mitten in England. Keiner aus der ca. 10 köpfigen Gruppe hat ihn wirklich unterstützt. Einfach weitergefahren oder nach kurzem Stop weitergefahren, die Fähre wartet nicht.
Willi ist viel zu früh 2022 mit 66 Jahren gestorben.
Die Witwe hat mir die Maschine anvertraut, dann bleibt sie quasi in der Familie.
Soviel zur Geschichte.
Jetzt mal ein paar Fakten:
Model: SC01
Hubraum: 895 ccm
Leistung: 70 kW bei 9000 U/Min
Erstzulassung: 1981
Farbe: grau
Kilometerstand: 25047 km, eben eingefahren
Hier noich ein paar Bilder. Weitere Erlebnisse mit der "Schüssel" folgen.